Reiten

Über das Reiten an sich kann man sicherlich ganze Romane verfassen. Da gibt es die Einen, die Freude an Geschwindigkeit auf Feldwegen haben. Die Anderen, die in Ruhe die Wahrnehmung und Entspannung für Körper und Geist genießen möchten und wieder Andere die ihre Fähigkeiten an besonders kniffligen Aufgaben erweitern wollen. Und natürlich: Diejenigen die alles kombinieren. Allen gemein ist: Man sitzt auf dem Pferd und sollte eine Sprache oder eine Hilfengebung erlernt haben, die es ermöglicht, dem Pferd eine angenehme Last zu sein, mit einem Körper der sich mit der Bewegung des Pferdes auskennt und dieser Folgen und korrigieren kann. Mit einer „wissenden“ Hand, fühlendem Schenkel und einer feinen verbalen Kommunikation ist es sowohl für das Pferd als auch für den Menschen eine schöne Zeit, die man zusammen verbringen kann. Um diese Ziele zu erreichen, hat für mich die Ausbildung des Reitergefühls einen hohen Stellenwert. Wenn ich nicht in Verbindung mit meinem Pferd stehe, wenn ich nicht fühlen kann, was in der nächsten Sekunde im Pferdekörper oder auch in meinem passiert, kann ich nichts verändern. Je später wir eine Hilfe geben, desto stärker wird sie in der Regel ausfallen. Mein Ziel ist also die „Reiterintelligenz“ zu fördern. Was passiert warum und wie kann ich es in die Bahnen leiten, die mir von Nutzen sind? Hier kommt mir in meinem Unterricht die Arbeit mit der Feldenkrais- Methode und das daraus entwickelte Centered Riding sehr zur Hilfe. „Wenn Du weißt was Du tust, kannst Du tun was Du willst.“ (M. Feldenkrais). Wenn wir in der Lage sind unseren Körper zu koordinieren und ihn gezielt einsetzen können, versetzt uns unser Wissen über Biomechanik und Hilfengebung in die Lage, dem Pferd ein angenehme Last in jeder Situation zu sein. Ob angewandte Reitkunst, beim Ritt durchs Gelände, beim Erarbeiten von neuen Aufgaben oder beim Wahrnehmen und Gymnastizieren. Unser Pferd kann nur das Hervorbringen, was wir als Reiter mit unserem Körper als Input gegeben haben.