Hippologischer Nachmittag am 09.09.2018

"Ene, mene, muh" – und was siehst Du?

DSC_0041Oft ist das, was wir von klein auf kennen, was wir als gut und richtig beurteilen. Oder es wurde „schon immer so gemacht“. Oder „alle anderen“ beklatschen es laut, dann muss es doch richtig sein. Aber nicht alles was schon immer so war, muss auch richtig sein. Nicht alles, was falsch aussieht, muss falsch sein.
Und um das Ganze noch ein wenig komplexer zu gestalten: Was bei dem einen gut ist, muss für den anderen noch lange nicht gut sein. Oder: Wenn Du das Ziel nicht kennst, urteile nicht über den Weg.

Dazu eine kleine Anekdote

Vor über 15 Jahren waren mein Mann und ich mit Freunden in Italien zum Klettern. Unser Ziel war, möglichst knifflige Züge für die man einiges an Geschick und Muskelkraft brauchte, in Absprunghöhe zu finden. Im Fachjargon „Bouldern“ genannt. Wir wurden an einem schönen Wanderweg fündig. Da lag ein Felsen als Aussichtsplattform quasi mitten auf einer Wiese. Von der anderen Seite war eine Treppe befestigt. Wir mühten uns über Stunden ab, auf kleinste Vorsprünge unsere Füße zu stellen oder nutzten Kanten, die nicht breiter als ein kleiner Finger waren, um unser ganzes Gewicht daran zu hängen. Viele Menschen blieben stehen und beobachteten uns. Irgendwann löste sich aus der Menge eine ältere Frau und kam kopfschüttelnd auf uns zu. Bei uns angekommen lächelte sie milde, zupfte uns am Arm, und zeigte uns die Treppe auf der anderen Seite.

In ihren Augen taten wir etwas vollkommen Unsinniges. Ihrem Körper nach zu urteilen, hatte diese Frau ihr Leben lang hart gearbeitet. Für Sie war es einfach unvorstellbar, dass es Menschen gibt, die an dieser Form des Körpereinsatzes Spaß haben können, oder diese sogar nutzen, um gesund zu bleiben obwohl es doch so viele andere Möglichkeiten gab, zu dem von Ihr geglaubten Ziel zu gelangen.

Um über etwas urteilen zu können, müssen wir also immer den Grund oder das Ziel wissen. Dann ist die Theorie und das geschulte Auge eine gute Unterstützung auf der Suche nach dem korrekten Gefühl. Um diese Art Blickschulung geht es bei diesem Kurs.

  • Was nehmen wir wahr?
  • Was könnte woher kommen?
  • Was könnte die Situation unterstützen oder verbessern?

Dabei ist mir eines eine Herzensangelegenheit: Hier geht es nicht um: Da kann wer was nicht oder das ist falsch ausgeführt. Sondern es geht in dieser Zeit um das „sichtbar machen“ der Theorie.
Neu ist hier: Ich würde mich freuen, wenn die Teilnehmer im Vorfeld ein oder zwei der Sätze, die im Unterricht gerne erwähnt werden bzw. die in den sozialen Medien oft verwendet werden an mich herantragen. So dass wir Licht ins Dunkel der Sätze wie: „Die innere Hüfte schwingt nicht vor!“ oder „Das Pferd fällt auf die innere Schulter!“ sowie „Du sitzt zu viel auf außen“ bringen können.

Verbindliche Anmeldung & Abgabe der Fragen bis zum 06.09.2018
Online-Formular oder telefonisch unter +49 (0)171 6490183.

Bitte beachten: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Ort
Pferde am Arkusberg (Gleichen Beienrode ~ Wegbeschreibung)

Beginn
14:00 Uhr

Dauer
ca. 2 Stunden

Kosten
€ 25,- inkl. Getränke & Snacks


Zurück